Migränetherapie – warum Erfahrung zählt
Wenn eine medikamentöse Migräneprophylaxe in Betracht gezogen wird, stehen viele Betroffene vor ähnlichen Fragen: Welche Möglichkeiten gibt es? Was kann ich von einer Therapie erwarten? Und worauf kommt es dabei an?
Neben verständlichen Informationen spielt auch eine Rolle, auf welchen Erkenntnissen eine Therapie beruht – und wie diese im ärztlichen Gespräch bewertet werden. „Erfahrung“ umfasst dabei unterschiedliche Aspekte: Ergebnisse aus klinischen Studien, Erkenntnisse aus der Anwendung im Versorgungsalltag sowie die ärztliche Erfahrung aus der Behandlung von Patientinnen und Patienten.

Migräneprophylaxe besser verstehen
Eine vorbeugende Migränetherapie verfolgt ein anderes Ziel als die akute Behandlung einzelner Migräneattacken. Sie soll den Verlauf der Erkrankung langfristig beeinflussen.01 Neben nicht medikamentösen Maßnahmen können auch medikamentöse Optionen Teil der Migräneprophylaxe sein.
Um eine medikamentöse Migränetherapie besser einschätzen zu können, sind vor allem folgende Aspekte relevant:
- Welches Ziel wird mit der Behandlung verfolgt?
- Gibt es Vorerkrankungen oder andere Faktoren, die bei der Auswahl der Behandlung berücksichtigt werden müssen?
- Für wen ist die Behandlung geeignet und für wen eher nicht?
- Wann ist mit einer Wirkung zu rechnen?
- Welche Nebenwirkungen sind bekannt?
Diese Informationen bilden die Grundlage für das Arzt-Patienten-Gespräch, in dem die Behandlungsmöglichkeiten besprochen werden.
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Checkliste für das Arztgespräch zur Migräneprophylaxe Vor dem Gespräch kann es hilfreich sein, einige Punkte für sich zu notieren:
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Wie medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten der Migräne geprüft werden
Bevor eine medikamentöse Migränetherapie eine Zulassung erhält, wird der gesundheitliche Nutzen – also die Wirksamkeit, die Unbedenklichkeit und die pharmazeutische Qualität des Arzneimittels – geprüft.02 Die zugrunde liegenden Studien erfolgen nach festen wissenschaftlichen und ethischen Vorgaben. Anschließend bewerten zuständige Behörden die Ergebnisse und entscheiden, ob das Arzneimittel zugelassen wird.

Warum Therapien auch nach der Zulassung weiter beobachtet werden
Auch nach der Zulassung werden weitere Erkenntnisse gesammelt. Dabei geht es unter anderem um:
- Erfahrungen aus der Anwendung in unterschiedlichen Patientengruppen (z. B. ältere Menschen, Betroffene mit Begleiterkrankungen wie etwa Depression oder Übergewicht)
- langfristige Verträglichkeit
Diese zusätzlichen Erkenntnisse helfen dabei, die Anwendung der Therapien im Alltag besser beurteilen zu können.
Migräne und Schwangerschaft – besondere Aspekte der Migränetherapie
Die Lebensphase von der Planung einer Schwangerschaft bis hin zur Stillzeit erfordert eine besondere Betrachtung der Migränetherapie. Eine enge Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ist dabei besonders wichtig, da einige Medikamente in dieser Phase nur eingeschränkt oder gar nicht eingesetzt werden dürfen.
Migräne kann auch Einfluss auf die Familienplanung haben. Manche Frauen sind unsicher, wie sich eine Schwangerschaft auf ihre Migräne auswirken könnte oder befürchten, dass sich die Beschwerden verschlechtern könnten. Eine gute Aufklärung über Zusammenhänge zwischen Migräne und Schwangerschaft kann helfen, solche Fragen zu klären und informierte Entscheidungen zu treffen.03
Viele Frauen erleben während der Schwangerschaft eine Veränderung ihrer Migräne. Häufig bessern sich die Beschwerden, insbesondere im weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Es kann jedoch auch vorkommen, dass die Migräne unverändert bleibt, sich verstärkt oder erstmals auftritt.01
Für diese Lebensphase sind insbesondere folgende Aspekte relevant:
- Frühzeitige Planung bei Kinderwunsch: Ein bestehender Kinderwunsch sollte möglichst frühzeitig im ärztlichen Gespräch angesprochen werden. So kann die aktuelle Behandlung gemeinsam überprüft und an die neue Lebenssituation angepasst werden.
- Nicht medikamentöse Maßnahmen: Nicht medikamentöse Verfahren spielen in dieser Phase eine besonders wichtige Rolle und gelten als unbedenklich. Dazu zählen zum Beispiel Entspannungsverfahren, Biofeedback oder Akupunktur, die – idealerweise bereits vor einer Schwangerschaft – erlernt und angewendet werden können.01
- Individuelle Therapieplanung: Während Schwangerschaft und Stillzeit gelten besondere Anforderungen an die Migränebehandlung. Deshalb sollte gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt geprüft werden, welche Maßnahmen im individuellen Fall geeignet sind und wie die Therapie angepasst werden kann.

Welche Rolle Informationen für die Therapieentscheidung spielen
Die Entscheidung für eine medikamentöse Migräneprophylaxe wird gemeinsam im ärztlichen Gespräch getroffen. Dabei werden neben medizinischen Aspekten wie z. B. Begleiterkrankungen auch persönliche Präferenzen berücksichtigt.01
Für Betroffene kann es hilfreich sein zu verstehen:
- welche Erkenntnisse zu einer Therapie vorliegen
- wie diese Erkenntnisse bewertet werden
- welche Bedeutung sie für die eigene Situation haben
Eine gute Informationsbasis kann dazu beitragen, offene Fragen zu klären und die Entscheidung nachvollziehbar zu machen.
Fazit
Erfahrungen rund um Migränetherapien entstehen auf unterschiedlichen Ebenen – in Studien, in der Anwendung und durch ärztliche Praxis. Für die Behandlung selbst sind diese Informationen vor allem dann relevant, wenn sie im ärztlichen Gespräch zusammengeführt und auf die individuelle Situation bezogen werden. So lässt sich besser nachvollziehen, auf welcher Grundlage eine Therapieentscheidung getroffen wird.
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Fühle ich mich gut über meine Migräneprophylaxe informiert? Weiß ich, …
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Referenzen:
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Diener H.-C., Förderreuther S, Kropp P., Reuter U. et al., Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie, 2025, DGN und DMKG, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 10.04.2026)
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Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln. Online verfügbar unter: https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Zulassung/_node.html (abgerufen am 10.04.2026)
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Ishii R et al. Mayo Clin Proc. 2020;95(10):2079–2089
MIG-DE-NP-00664