Migränetrigger: Was kann eine Attacke auslösen?

Stress, Schlafmangel oder bestimmte Lebensmittel – viele Menschen mit Migräne beobachten, dass bestimmte Einflüsse einer Attacke vorausgehen. Solche Auslöser, auch Trigger genannt, können das Auftreten von Migräneanfällen begünstigen. Sie wirken jedoch nicht bei allen Betroffenen gleich und führen nicht zwangsläufig zu einer Attacke. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen.01

Um persönliche Muster zu erkennen, kann ein Migränetagebuch hilfreich sein. Es hilft dabei, Beschwerden und mögliche Auslöser strukturiert zu erfassen – nicht zur Selbstdiagnose, sondern als Grundlage für das Gespräch mit der/dem behandelnden Ärztin/Arzt. Ziel ist es, individuelle Einflussfaktoren besser zu verstehen und im Alltag gezielter berücksichtigen zu können.

Was sind Migränetrigger?

Trigger sind äußere oder innere Einflüsse, die eine Migräne auslösen oder verstärken können. Dazu können unter anderem gehören: 01,02,03
•    Psychischer Stress oder Entspannung nach Stress 
•    Unregelmäßiger Schlaf (zu wenig oder zu viel)
•    Hormonelle Schwankungen (z. B. im Menstruationszyklus)
•    Alkoholkonsum (insbesondere Rotwein)
•    Auslassen von Mahlzeiten oder Fasten 
•    Sensorische Reize (z. B. grelles Licht, starke Gerüche, Lärm)
•    Wetterveränderungen (z. B. Luftdruckschwankungen)
•    Körperliche Überanstrengung
•    Reisen/Tagesrhythmusänderungen (z. B. Jetlag, Wochenende)
•    Koffeinentzug oder -überkonsum

Trigger-Checkliste: Was könnte bei mir eine Rolle spielen?

Die folgende Liste enthält potenzielle Auslöser für Migräneattacken. Nicht jeder Punkt trifft auf jede Person zu – das individuelle Muster ist entscheidend. Die Liste kann zur Selbstbeobachtung zusammen mit einem Migränetagebuch genutzt werden, um Muster zu erkennen und mit der Ärztin/dem Arzt zu besprechen.

Psychische Faktoren

•    Akuter Stress (z. B. durch Arbeit, Konflikte, Termine)
•    Entspannung nach Stress („Wochenendmigräne“)
•    Emotionale Belastungen (z. B. Trauer, Überforderung)

Schlafverhalten

•    Zu wenig Schlaf/Schlafentzug
•    Zu viel Schlaf
•    Unregelmäßiger Schlafrhythmus (z. B. Schichtarbeit, Jetlag)

Hormonelle Einflüsse

•    Menstruation/Zyklusschwankungen
•    Beginn oder Absetzen einer hormonellen Verhütung
•    Wechseljahre

Ernährung und Flüssigkeitshaushalt

•    Auslassen von Mahlzeiten (z. B. durch Stress oder Diäten)
•    Alkohol (insbesondere Rotwein)
•    Bestimmte Nahrungsmittel (z. B. Käse, Schokolade, Zitrusfrüchte)
•    Glutamathaltige Lebensmittel (z. B. Fertiggerichte)
•    Zu wenig trinken, Flüssigkeitsmangel
•    Koffeinhaltige Getränke oder Koffeinentzug

Umwelt- und Sinnesreize 

•    Flackerndes Licht/grelles Sonnenlicht
•    Starke Gerüche (z. B. Parfüm, Zigarettenrauch)
•    Lärm oder laute Umgebung
•    Wetterumschwünge
•    Flugreisen

Körperliche Faktoren  

•    Intensive körperliche Belastung
•    Bewegungsmangel
•    Verspannungen im Nacken- oder Schulterbereich

Alltagsreize und Medienkonsum  

•    Längere Bildschirmzeiten ohne Pausen
•    Reizüberflutung (z. B. große Menschenmengen)

  💡Migränetrigger sind individuell. Wer persönliche Muster kennt, kann gezielt gegensteuern. Ein Migränetagebuch unterstützt dabei und hilft, gemeinsam mit der Ärztin/dem Arzt passende Strategien zu entwickeln, um Auslöser bewusst zu vermeiden.  

Referenzen:

  1. Back to contents.

    Diener H.-C., Förderreuther S., Kropp P., Reuter U. et al., Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie, 2025, DGN und DMKG, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 09.12.2025)

  2. Back to contents.

    Pellegrino ABW et al. Cephalalgia. 2018 May;38(6):1188-1198. doi: 10.1177/0333102417727535. Epub 2017 Aug 20. PMID: 28825314; PMCID: PMC8544028

  3. Back to contents.

    Kelman L et al. Cephalalgia. 2007 May;27(5):394-402. doi: 10.1111/j.1468-2982.2007.01303.x. Epub 2007 Mar 30. PMID: 17403039

MIG-DE-NP-00514