Sport und Bewegung – einfache Tipps für mehr Aktivität im Alltag

Sport tut gut! Diese Lebensweisheit erschließt sich nicht jedem sofort. Denn wer sich lange Zeit nicht oder nur wenig bewegt hat, für den kann der Weg zu sportlicher Aktivität erst mal schwierig sein. Aber wer dranbleibt, wird schnell merken, dass körperliche Aktivität entscheidend zum eigenen Wohlbefinden beiträgt.

Sport macht nicht nur fit, sondern hilft auch, den Alltagsstress abzubauen und den Kopf frei zu bekommen. Wichtig ist jedoch ein gesundes Maß. Die sportliche Betätigung sollte nicht zur Überlastung führen, denn diese könnte bei Migränepatienten eine Attacke auslösen. Deshalb ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu respektieren. Das heißt aber nicht, dass Sie diese nicht verändern können. Wenn Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Ausdauer steigern möchten, dann tun Sie dies langsam und in kleinen Schritten, aber kontinuierlich.

Welche Sportarten sind bei Migräne geeignet?

Im Grunde ist jede sportliche Aktivität, die Ihnen Freude macht und die Sie als wohltuend empfinden, zu empfehlen, denn sie erhöht Ihre individuelle Lebensqualität.

Sport macht nicht nur den Kopf frei und entspannt den Geist. Bewegung kann eine wesentliche Rolle für die Frequenz und Intensität der Migräne spielen. So macht regelmäßiger Ausdauersport das Gehirn stärker und widerstandsfähiger gegen Migräne. 1 Zur Vorbeugung von Migräne eignen sich besonders Sportarten wie Joggen, Walken, Wandern, Radfahren, Skilanglauf oder Schwimmen.

Extremsport und intensives Krafttraining sollten Sie vermeiden. Die stundenlange Fettverbrennung in den Muskeln kann zu Unterzuckerung und zum Energiedefizit im Gehirn führen, was oft ein Auslöser von Migräneattacken ist. 2

Welche Sportart passt zu mir?

Die Bandbreite der sportlichen Aktivitäten ist groß. Was am besten passt und gut tut, bleibt jedem selbst überlassen. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, die Sie bei der Auswahl unterstützen können:

  • Sie trainieren am liebsten allein? Es gibt viele Ausdauersportarten, bei denen Sie von niemandem abhängig sind und die Sie jederzeit ausüben können: Joggen, Walking, Fahrradfahren, Schwimmen, Inlineskaten, Skilanglauf etc.
  • Trainieren im Team. Wer nicht gerne allein Sport treibt, ist vielleicht in einem Verein gut aufgehoben. Ob im Team rudern oder Synchronschwimmen, es gibt viele Mannschaftssportarten. Auch ein Lauftreff kann den Einstieg ins Training erleichtern. Und der Weg zum Aerobic-Kurs ist in Begleitung meist leichter.
  • Bewusst bewegt entspannt. Einige Bewegungsformen bieten auch Entspannungsübungen. Ob Yoga, Qi Gong, Tai Chi, Feldenkrais oder Faszien-Training – es gibt viele Methoden, die neben körperlichem Training auch für mehr Gelassenheit sorgen.
  • Spielen mit Freunden. Wie wäre es mit einem Tischtennismatch? In vielen Parks stehen Tischtennisplatten, die zu einem Spiel einladen. Einfach Schläger und Bälle einpacken und los geht’s. Bei Federball, Beachvolleyball und Co. brauchen Sie etwas Platz, eventuell ein Netz, etwas Zeit und jemanden, der mit Ihnen spielt.
  • War bisher nichts dabei? Neben den altbekannten Arten des Trainings gibt es immer mehr neue Sportarten. Ob Biodanza oder Fitness-Bootcamp, die Palette an Möglichkeiten, wie Sie mehr Bewegung in Ihr Leben bringen können, ist groß. Ein guter Anlaufpunkt, um Neues auszuprobieren, sind Volkshochschulen und Sportvereine.

Wenn Sie Sport treiben, sollten Sie mit gesunder Ernährung für eine ausgeglichene Energiezufuhr sorgen. Denn eine gesunde Ernährung kann sich bei Betroffenen positiv auf die Migräne auswirken. 3 Einige Tipps dazu finden Sie in unserem Artikel Iss dich fit – Ernährung und Migräne.

Keine Zeit für Sport?

Diese Ausrede kennt wohl jeder. Dabei ist nicht viel Zeit erforderlich, um den eigenen Körper zu fordern und von sportlicher Aktivität zu profitieren: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 Minuten moderaten Sport pro Woche. 4 Das sind gerade mal zweieinhalb Stunden. Wichtig ist, dass Sie dran bleiben. Sind die ersten Wochen noch mühsam, folgt nach einer Weile meist die Gewöhnung und der regelmäßige Sport gehört einfach in Ihren Alltag.

Es muss nicht immer Sport sein

Jede Art von Bewegung kann sich positiv auswirken. So können einfache Aktivitäten, die in den Tagesablauf integriert werden, wie Treppen steigen, Spaziergänge machen oder zur Bahn laufen, das Wohlbefinden deutlich steigern. Das haben Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und des Karlsruher Instituts für Technologie einer Studie nachgewiesen. 5

Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, die mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen können:

  • Wie wäre es, den Weg zur Arbeitsstelle mit dem Fahrrad zurückzulegen? Vor allem am Ende eines arbeitsreichen Tages mit Hektik und Stress kann eine Fahrt mit dem Fahrrad wohltuend sein.
  • Ein Spaziergang im Grünen ist nicht nur bei gutem Wetter schön. Auch frische Herbstluft ist gesund, und das Farbenspiel der Natur ist zu jeder Jahreszeit schön anzusehen.
  • Spazieren kann man übrigens auch drinnen: Besuchen Sie doch mal wieder ein Museum. Auch dort kann man sich die Füße vertreten und es gibt viel zu sehen.
  • Statt einer E-Mail eben mal schnell vorbei gehen: Selbst der Weg zum Kollegen um die Ecke bringt Bewegung in Ihren Alltag. Und er sorgt für Abwechslung. Arbeiten Sie viel am Computer, freuen sich auch Ihre Augen über eine Pause vom Bildschirm. Und in den meisten Fällen freut sich auch der Kollege über den Besuch.
  • Und dann sind da natürlich noch die Treppen, die man anstelle des Aufzugs nehmen kann. Kurze Wege können statt mit dem Auto auch zu Fuß zurückgelegt werden, das nutzt nicht nur Ihnen, sondern auch der Umwelt.

Referenzen:

  1. Back to contents.

    Overath CH et al. J Headache Pain 2014; 15(1): 11.

  2. Back to contents.

    Kropp P et al. Expert Rev Neurother 2017; 17(11): 1059–1068.

  3. Back to contents.

    Hajjarzadeh S et al. Nutr Neurosci 2020; 23(9): 724–730.

  4. Back to contents.

    WHO. Physical activity, www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/physical-activity, Datum des letzten Abrufs: 24.06.2021.

  5. Back to contents.

    Reichert M et al. Sci Adv 2020; 6(45): eaaz8934.

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Ilustration einer Person, die sich den schmerzenden Kopf hält.

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