Freiräume im Alltag trotz Migräne
Migräne kann den Alltag der Betroffenen stark einschränken – nicht nur während einer Attacke, sondern auch in den Zwischenzeiten. Das kann eine große Unsicherheit mit sich bringen: Kann ich den wichtigen Geschäftstermin wahrnehmen, die lang ersehnte Urlaubsreise antreten oder den Kindergeburtstag so ausrichten wie geplant? Viele von Migräne betroffene Menschen versuchen, ihr Leben rund um mögliche Attacken zu planen – was nicht immer möglich ist.
Das Umsetzen individueller Therapieziele kann dazu beitragen, den Alltag wieder spontaner und selbstbestimmter zu gestalten und kann zu einer höheren Lebensqualität beitragen. Deshalb ist es sinnvoll, mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt über individuelle Prioritäten, die Lebenssituation und eigene Alltagsstrukturen zu sprechen.

Freiräume im Alltag zurückgewinnen
Der Alltag der meisten von Migräne betroffenen Menschen ist sehr individuell. Jedoch haben viele Lebenssituationen gemeinsam, dass berufliche und private Termine, aber auch notwendige Entspannungsphasen koordiniert werden müssen. Dabei kommt eine Migräneattacke meist sehr ungelegen.
Flexible Therapieansätze können dabei helfen, den Alltag nicht zusätzlich zu belasten und die Therapie bestmöglich zu integrieren. Um eine Therapie zu finden, die in den eigenen Alltag passt, ist es in jedem Fall empfehlenswert, über einen längeren Zeitraum den eigenen Tagesablauf und das Auftreten der Migräneattacken sowie die Migränetrigger in einem Migränetagebuch zu dokumentieren und dieses zum Arztgespräch mitzubringen.
Bei dem Termin ist es auch sinnvoll zu besprechen, welche persönlichen Freiräume oder Aktivitäten im Alltag besonders wichtig sind und bei der Therapiewahl mitberücksichtigt werden sollten.
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Welche Aspekte sind mir im Alltag wichtig?
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Individuelle Therapieziele festlegen
Bei der Migränebehandlung wird unterschieden zwischen der vorbeugenden Migränetherapie und der Behandlung einer akuten Attacke. Die Migräneprophylaxe hat das Ziel, den Verlauf der Erkrankung langfristig zu beeinflussen.1 Um gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt eine gut passende und umsetzbare Therapie zu finden, ist es wichtig, die individuellen Therapieziele festzulegen.
Nicht jeder Mensch, der von Migräne betroffen ist, hat dieselben Erwartungen an eine Migränetherapie. Diese hängen stark von der aktuellen Lebenssituation ab. Die folgenden Fragen können dabei helfen, sich den eigenen Therapiezielen anzunähern:
- Habe ich geregelte Arbeitszeiten oder arbeite ich im Schichtdienst?
- Habe ich Kinder oder kümmere mich um pflegebedürftige Angehörige?
- Bin ich viel auf Reisen?
- Habe ich geregelte Schlafenszeiten?
- Ist mein Alltag eher strukturiert oder eher spontan?
- Gibt es weitere Faktoren in meinem Leben, die eine wichtige Rolle spielen und meinen Alltag beeinflussen (z. B. Haustiere oder besondere Hobbys)?
Neben diesen Fragen, die eher auf den Alltag abzielen, ist es wichtig, im Arztgespräch auch über mögliche Begleiterkrankungen zu sprechen. Beispielsweise Depressionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen1 oder auch Obstipation können einen Einfluss auf die Therapieentscheidung haben. Die Checkliste „Besuch beim Arzt“ ist hierfür eine gute Gedankenstütze.
Weitere alltagsnahe Tipps und Informationen finden Sie im Migräne-Magazin. Wissen und Inspiration rund um das Leben mit Migräne kann helfen, selbstbestimmt damit umzugehen und sich über die eigenen Therapieziele sowie Erwartungen an eine Behandlung bewusst zu werden.
Migräneprophylaxe: Die passende Behandlung finden
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Migräneprophylaxe: die medikamentöse Prophylaxe, aber auch nicht medikamentöse Maßnahmen.1 Dazu gehören beispielsweise regelmäßige körperliche Aktivität, eine ausgewogene und regelmäßige Ernährung sowie Entspannungs- und Stressmanagementverfahren. Auch das Erkennen und individuelle Management identifizierter Trigger kann sinnvoll sein. Diese Maßnahmen können als Teil eines gesunden und möglichst regelmäßigen Lebensstils dazu beitragen, die Häufigkeit und Belastung durch Migräneattacken zu reduzieren.1
Im Rahmen der medikamentösen Migräneprophylaxe können ärztlich verschriebene Medikamente zum Einsatz kommen. Ziel ist es, die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Migräneattacken zu verringern.1 Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die bei der Vorbeugung von Migräne wirksam sind.1
Die wichtige Entscheidung, ob eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein kann und welche Therapie am besten geeignet ist, sollten die Betroffenen gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen. Sollte ein Medikament nicht die gewünschte Wirkung erzielen oder mit Nebenwirkungen verbunden sein, kann in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ein Wechsel auf einen anderen Wirkstoff in Betracht gezogen werden.
Eine Migränetherapie ob medikamentös oder nicht medikamentös, sollte zur eigenen Lebenssituation passen und die individuellen Therapieziele berücksichtigen, aber auch Risikofaktoren, wie zum Beispiel Begleiterkrankungen beachten. Eine geeignete Prophylaxe kann helfen, Migränetage zu reduzieren1 und wieder mehr Zuversicht im Umgang mit der Erkrankung geben. Wenn sich die Therapie gut in den Alltag integrieren lässt, kann das dabei unterstützen, sie fortzuführen.
Fazit:
Klare Therapieziele können hilfreich dabei sein, eine individuell passende Migränetherapie zu finden und dabei unterstützen, Freiräume im Alltag zurückzugewinnen.
Referenzen:
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Diener H.-C., Förderreuther S., Kropp P., Reuter U. et al. Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie, 2025, DGN und DMKG, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 22.07.2026)
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