Was sollte in einem Migränetagebuch drinstehen?

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, denn was Sie in Ihrem Migränetagebuch festhalten sollten, ist davon abhängig, wozu Sie es nutzen wollen.

  • Soll es eine reine Dokumentation der Schmerzen und Symptome sein und Ihren Therapieverlauf dokumentieren? Dann sollten Sie wichtige Fakten rund um Ihre Migräneattacken und Therapiemaßnahmen festhalten.
  • Falls Sie Migräneauslöser aufspüren wollen, sollten Sie auch ihren Tagesablauf festhalten und Begleitumstände vor und während einer Schmerzattacke notieren.

Es ist sinnvoll, ein Migränetagebuch über einen längeren Zeitraum zu führen. Dann können Sie mehr über Ihre Migräne erfahren – zum Beispiel, ob sie chronisch ist. Sie können ablesen, wie oft es zu Attacken kommt und wie häufig Sie Medikamente genommen haben.1

Unser Tipp: Versuchen Sie, die Fakten zu Ihren Migräneattacken zeitnah aufzuschreiben, sonst geraten wichtige Details eventuell in Vergessenheit.

Eine Vorlage für ein Migränetagebuch oder ein Schmerztagebuch finden Sie im Downloadbereich.

Tagebuchdaten, die für Sie und Ihren Arzt interessant sein können, sind zum Beispiel:

  • Wann und wie häufig treten Migräneattacken auf?
  • Wie lange dauern die Episoden?
  • Wie stark sind die Schmerzen?
  • Welche Begleitsymptome sind aufgetreten und wie lange halten sie an?
  • Welche Medikamente haben Sie eingenommen und wie haben sie gewirkt?

​​​​Mit diesen Informationen kann Ihr Arzt mit Ihnen gemeinsam geeignete Therapiemaßnahmen auswählen und den Therapieverlauf überprüfen. Es kann auch sinnvoll sein, nichtmedikamentöse Maßnahmen zu dokumentieren, sowohl Maßnahmen zur Prophylaxe als auch Hilfsmittel, die Ihnen im Akutfall geholfen haben. So können Sie ermitteln, was Ihnen hilft, und Sie lernen mit der Zeit immer besser mit Ihrer Migräne umzugehen.

Spüren Sie Auslöser auf

Falls Sie mit Ihrem Migränetagebuch individuelle Auslöser bzw. die Ursache aufspüren möchten, sollten Sie auch die Begleitumstände einer Migräneattacke festhalten. Die Einträge sollten Ihren normalen Tagesablauf und Besonderheiten widerspiegeln. Zu den Informationen, die Sie festhalten können, gehören:

  • Haben Sie ausreichend gegessen oder gab es Hungerphasen?
  • Haben Sie im Tagesverlauf ausreichend getrunken?
  • Wann sind Sie morgens aufgewacht und wann abends zu Bett gegangen?
  • Gab es ungewöhnliche körperliche Herausforderungen?
  • Gab es zwischenmenschliche Probleme und andere seelische Belastungen?
  • Hatten Sie Stress oder war Ihr Tag besonders hektisch?
  • Dokumentieren Sie auch äußere Faktoren wie Wetter, Geräuschpegel, Gerüche etc.
  • Frauen sollten auch Informationen zu ihrer Menstruation festhalten.

Je detaillierter die Aufzeichnungen sind, umso besser können Sie mögliche Migräneauslöser entdecken. Durch Ihre Aufzeichnungen können Sie häufig auch erkennen, was positive Auswirkungen auf Ihr Leben mit Migräne hat.

Nicht zu wenig, nicht zu viel – die richtige Dosis für Ihre Aufzeichnungen

Ein Migränetagebuch sollte zwar gewissenhaft und detailliert geführt werden, aber achten Sie darauf, nicht zu viel Energie zu investieren. Das ist wichtig, um keine Ängste zu schüren. Wenn Sie Ihren Alltag wohlwollend beobachten, können Sie viel über sich selbst und die Migräne lernen. Wenn Sie jedoch jeden Aspekt unter die Lupe nehmen und zu viel über die Schmerzen und ihre Auslöser nachdenken, kann das zu Erwartungsangst führen. Und Angst kann wiederum Migräne auslösen.2 Deshalb ist bei der Suche nach Migräneauslösern ein gewisses Maß an Gelassenheit wichtig.

Schreiben als Psychohygiene3

Die Medizinerin und Professorin für Journalistik Silke Heimes ist eine Expertin auf dem Gebiet Tagebuchschreiben für Menschen mit einer chronischen Erkrankung. Mit Stift und Papier lassen sich nicht nur Beschwerden reduzieren, sagt sie: „Schreibend kann man einen Zugang zu seiner Krankheit bekommen – und einen guten Umgang damit finden.“ Sie gründete 2007 in Darmstadt ein Institut für kreatives und therapeutisches Schreiben und setzte damit eine Erkenntnis um, die Wissenschaftler schon vor vielen Jahren entwickelten: Schreiben hilft bei der Bewältigung von schwierigen Lebenslagen und hilft uns neue Gedanken und Ideen zu entwickeln.

Schreiben Sie auch über schöne Dinge

Deshalb sollten Sie auch schmerzfreie Tage dokumentieren. Notieren Sie, wie Sie sich fühlen, was Ihren Tag bereichert hat und was besonders schön war. Meist ist es hilfreich, das Schreiben des Tagebuchs als Routine in Ihren Alltag zu integrieren. Zum Beispiel kann es helfen, die schönen Momente des Tages vor dem Zubettgehen aufzuschreiben, um positive Gedanken mit in die Nacht zu nehmen. Andere lassen gerne zu Beginn eines neuen Tages den letzten Tag Revue passieren. Wann die beste Zeit ist, Ihr Tagebuch zu schreiben, wissen Sie am besten.

Der erste Schritt zum eigenen Tagebuch: einfach losschreiben.

 

Referenzen:

  1. Gesundheitsinformation. Migränetagebuch, www.gesundheitsinformation.de/migraene-tagebuch.html, Datum des letzten Abrufs: 24.06.2021.
  2. So gesund. Migränetagebuch, so-gesund.com/migraene-tagebuch/, Datum des letzten Aufrufs: 24.06.2021.
  3. Welt. Warum Schreiben für Körper und Seele heilsam ist, www.welt.de/gesundheit/plus209885049/Warum-Tagebuch-schreiben-fuer-Koerper-und-Seele-heilsam-ist.html, Datum des letzten Aufrufs: 24.06.2021.

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Leben mit Migräne

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Klara lebt seit 10 Jahren mit der Diagnose Migräne. In ihrem Podcast berichtet Sie von Ihrem Alltag mit der Erkrankung, wie sie ihr Leben aktiv gestaltet und sich ihre Lebensfreude zurückerobert hat.

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